#metoo und die Gesellschaft

Aufgrund der verschiedenen Antworten auf meine Posts, die ich in den Social-Media Kanälen publiziert habe, möchte ich euch nochmal meinen Standpunkt im Bezug auf die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung in der Film- und Theaterbranche versuchen näher zu bringen.

In erster Linie ist festzuhalten, dass keine der Taten und keine in der Öffentlichkeit diskutierten Fälle abzumildern oder zu beschönigen sind.
Auch die #metoo Debatte und die starke Annahme der Öffentlichkeit dieses Diskurses ist zunächst zu begrüßen.
Nach meiner Auffassung bedarf es jedoch nicht einer öffentlichen Anprangerung einzelner Taten, sondern vielmehr eine grundlegende Systemänderung in der Branche und ähnlichen gesellschaftlichen Bereichen. Es darf nicht sein, dass durch sexuelle Handlungen uvm. die Engagements oder Weiterbeschäftigungen durchgesetzt werden. Hinzukommt, dass die öffentliche #metoo Debatte und das Bewerten von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung durch einzelne Adjektive und Äußerungen wie „wie schrecklich ist das denn“ genau da schon aufhört und nicht gehandelt wird. Man kann nicht einfach #metoo sagen und einen Punkt machen.
Wie wäre es mit einer Anlaufstelle in staatlichen Lehrinstituten und Theatern?
Auch zu wenig thematisiert werden von den Medien und Multiplikatoren welche Folgen so ein Erlebnis mit sich zieht.
Wer erhebt die Stimme für die die sich nach so einem Vorfall das Leben genommen haben oder ein Leben lang unter den Erfahrungen leiden?
Dazu sollte Raum in der Gesellschaft entstehen und diese Taten nicht durch eine #metoo Debatte banalisiert werden.

 

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