Die unbekannte Verfolgung einer religiösen Minderheit

Auf der Medientagung der IALANA vergangenes Wochenende wurde durchaus kritisiert, dass die Berichterstattung aus Kriegs- und Krisengebieten nicht hinreichend differenziert würde. Im Bezug auf die positiven Veränderungen in Krisengebieten, wie beispielweise im Iran durch Amnesty International und andere Organisationen berichte ich für euch heute über die Unterdrückung der Baha’i im Iran und die Erfolge von Amnesty International.

Die religiöse Minderheit „Baha‘i“ wird im Iran verfolgt und die Ausübung der Religion mit Gefängnisstrafen geahndet. Die Baha‘i Glaubensgemeinschaft ist eine internationale Weltreligion, wird jedoch im Iran nicht als offizielle Religion anerkannt.

2008 wurden sieben führende Mitglieder der Baha‘i inhaftiert. Die Anklagepunkte reichten von dem Vorwurf der „Spionage für Israel“ bis zu „Propaganda gegen das System“. Im Sommer 2010 wurden sie jeweils zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Nach Amnesty International geschah die Verurteilung aufgrund der Ausübung ihrer Religion. Zeitgleich mit der ersten Wahl von Präsident Ahmadinejad (2005) wurden die Baha‘i wieder verstärkt verfolgt. Sie und verschiedene andere religiöse Minderheiten im Iran werden von den iranischen Behörden beschuldigt an Unruhen beim religiösen Shia-Fest beteiligt gewesen zu sein. 2009/10 waren zeitweise 47 Baha‘i wegen der Ausübung ihres Glaubens in iranischen Gefängnissen inhaftiert.

Amnesty International Bonn/Koblenz hat in den letzten Jahren mehrere Menschenrechtsläufe für die Baha‘i organisiert. Ende des letzten Jahres sind drei der Inhaftierten freigelassen worden.

Doch der Kontakt zu den Inhaftierten wird als zu gefährdend für die Gläubigen angesehen.

Auch die Gemeinde der Baha‘i in Bonn hat davon abgesehen mit den Inhaftierten und jetzt auch „freien“ Mitgliedern in Kontakt zu treten. Die Inhaftierten sind nach Amnesty International bedauerlicherweise weniger aus politischen Gründen freigelassen worden, sondern vielmehr aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands.

 

Anna Poth im Gespräch mit Reinhard Oppermann, Amnesty International Bonn/Koblenz

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